Schule @ Zukunft

Barrierefreiheit

Das Internet - künftig für alle zugänglich

Gerade Menschen mit Behinderung eröffnet das Internet großartige Möglichkeiten. Es gibt keine Stufen, die unpassierbar wären für Rollstühle, keine unverständlichen Ansagen für Schwerhörige, Ertaubte oder Gehörlose. Technische Hilfsmittel lassen auch Blinde an den Angeboten und Informationen der Internetwelt teilhaben. Surfen ohne Hürden und Hindernisse könnte alle miteinander verbinden. Doch bislang stoßen Menschen mit Behinderung auch im Netz auf Barrieren allerorten.

Ich suche eine Busverbindung und logge mich deswegen ins Internet ein. Den Taschenfahrplan kann ich nämlich nicht lesen, weil ich blind bin. Aber im Internet surfen ist - dank der modernen Hilfsmittel - kein Problem. Denkste! Die Fahrplanauskunft ist zwar im Internet erreichbar, doch die Seiten sind nicht barrierefrei. Grafiken zeigen den sehenden Userinnen und Usern, wohin sie klicken müssen. Aber diese Piktogramme sind leider nicht mit Text unterlegt. Und wenn ich auf Verdacht einfach irgendwo hinklicke, sagt mir mein sprechender Computer, dass mein Textbrowser diese "JavaScript"-Anwendung nicht unterstützt.


Hilfsmittel weisen den Weg

Dabei eröffnet das Internet gerade Menschen mit Behinderungen bisher ungeahnte Möglichkeiten. Dank des weltweiten Datennetzes können mobilitäts- und sinnesbehinderte Menschen vom heimischen Computer aus bequem Erledigungen vornehmen, die Barrieren im Alltag ihnen sonst versperren. Gehörlose können am Bildschirm Nachrichten oder andere Informationen lesen, abrufbar zu jeder beliebigen Zeit. Menschen ohne Hände können ihren PC durch Spracheingabe mit Hilfe eines Mikrofons steuern.


Infos lesbar auch für Blinde

Menschen mit Sehbehinderungen können Schriftgröße und -farbe auf Spezialbildschirmen nach ihren persönlichen Bedürfnissen einstellen. Sprach-Synthesizer geben Blinden den Bildschirminhalt akustisch wieder; so genannte "Braillezeilen" (benannt nach dem französischen Blindenlehrer Louis Braille) setzen die Informationen in Tastschrift um.


Kleine Ursachen - große Wirkung

Probleme bereiten Blinden Bilder und Grafiken, die nicht mit Text unterlegt sind, ineinander verschachtelte "Frames" (Rahmen) und die - für den gängigsten Blinden-Browser "Lynx" unlesbaren - JavaScripte. Web-Seiten mit Textunterlegung für Bilder und Piktogramme, einer Alternativführung bei "Frames" und ohne Anwendung der Programmiersprache "JavaScript" sind nicht nur für Menschen mit Sehbehinderungen barrierefrei - beispielsweise brauchen auch die Suchmaschinen solche Seiten, um deren Inhalte einlesen zu können.


Dabeisein ohne das Etikett: behindert

Wer über einen Online-Anschluss verfügt, kann dort - unabhängig von Art und Schwere seiner Behinderung - Informationen abrufen, Mails versenden oder empfangen, bei Online-Foren mitdiskutieren und auch selbst eigene Seiten ins Netz stellen. Kein persönlicher Kontakt muss dabei hergestellt werden, und so merkt niemand, ob sein Chat-Partner im Rollstuhl sitzt, der Beitrag im Diskussionsforum von einem Hörbehinderten stammt oder der Absender einer Mail blind ist. Im Web bleibt es jedem selbst überlassen, ob er seine Behinderung preisgibt oder nicht - im Internet sind alle gleich.


Ohne Hürden ein ideales Medium

Der Anteil von behinderten Menschen an der Userschaft ist sehr hoch; er liegt deutlich höher als ihr jeweiliger Anteil an der Altersgruppe, die sonst das Internet nutzt. Auch die Behindertenorganisationen waren schon früh mit eigenen Web-Seiten im Netz vertreten. Über die kostengünstigen E-Mails können sich auch Menschen mit sehr seltenen Behinderungen austauschen. Die Vielfalt der Informationen im Internet bietet Rat und Hilfe zu chronischen Krankheiten oder Behinderungsarten, die nicht in jeder Region vertreten sind. So ist das Internet eine ideale Plattform für die Selbsthilfe von Menschen mit Behinderungen, ihre Angehörigen und Freunde.

Zitiert nach: www.einfach-fuer-alle.de



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